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Luftverschmutzung und Klimakrise haben zahlreiche Auswirkungen auf die Gesundheit und gemeinsame Ursachen. Was kann Europa jetzt dagegen tun?

Der Internationale Tag der Sauberen Luft/für blauen Himmel findet dieses Jahr am 07.09.2023 unter dem Motto „Gemeinsam für saubere Luft“ statt. Er betont die Dringlichkeit von lokalen, nationalen und globalen Partnerschaften und gemeinsamer Verantwortung für saubere Luft, denn Luftverschmutzung kennt keine Grenzen und ist immer noch der größte umweltbedingte Risikofaktor für unsere Gesundheit. Lungenkrebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen werden von ihr verursacht.

Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) und die Health and Environment Alliance (HEAL) wenden sich deshalb am Internationalen Tag der Sauberen Luft in einem offenen Brief an Herrn Bundeskanzler Olaf Scholz und fordern ihn auf, sich stärker für bessere Luftqualität einzusetzen.

Luftverschmutzung betrifft uns alle, aber Kinder und sozial Schwache sind besonders gefährdet. Kinder können lebenslange Folgen davontragen, wenn sie in frühen Jahren Luftverschmutzung ausgeliefert sind, und Menschen in Deutschland mit geringem Einkommen sind oft höheren Umweltbelastungen ausgesetzt als besser gestellte Menschen in unserer Gesellschaft. Eine Verbesserung der Luftqualität trägt deshalb auch zur Verbesserung der Umweltgerechtigkeit bei.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt zum Schutz der Gesundheit deutlich strengere Maximalkonzentrationen für Luftschadstoffe als die aktuell in Europa geltenden. Zurzeit wird auf EU-Ebene die Luftqualitätsrichtlinie (AAQD) überarbeitet. Europa hat also jetzt die Chance, „Gemeinsam für Saubere Luft“ ein neues Gesetz auf den Weg zu bringen, das die WHO-Empfehlungen vollständig in europaweit gültige Grenzwerte umsetzt. Nächste Woche findet dazu eine entscheidende Abstimmung im Europaparlament statt.

Zusammen mit der Bundesärztekammer und vielen Fachgesellschaften und Institutionen aus dem Gesundheitsbereich haben wir bereits im Juni gefordert, den Gesundheitsschutz in diesem Gesetz an erste Stelle zu setzen, um die Krankheitslast durch Luftverschmutzung schnell und nachhaltig zu senken und damit auch den Klimaschutz zu stärken (hier lesen). Auch die Kommission Environmental Public Health des Robert Koch-Instituts und des Umweltbundesamtes fordert in einer aktuellen Stellungnahme eine Verschärfung der Grenzwerte für Luftschadstoffe. Ein ambitioniertes Gesetz wird nicht nur unsere Gesundheit schützen, sondern auch die Klimakrise mit ihren zusätzlichen negativen Folgen für die Gesundheit eindämmen, denn Luftverschmutzung und Klimakrise haben meist gemeinsame Ursachen.

Dr. Anja Behrens, Sprecherin der AG Saubere Luft bei KLUG meint: „Uns allen wird immer deutlicher, dass die Klimakrise eine Gesundheitskrise ist. Wir alle spüren die Hitze am eigenen Leib. Auch über die Ursachen der Klimakrise, die Verbrennung fossiler Energien und zunehmend von Holz, besteht kein Zweifel mehr. Den meisten Menschen ist jedoch nicht bewusst, wie groß die gesundheitlichen Folgen aus der daraus resultierenden Luftverschmutzung  immer noch sind. Luftverschmutzung kann tödlich sein, sie zu bekämpfen ist unsere gemeinsame Aufgabe. So können wir die Klimakrise aufhalten und gesündere Lebensbedingungen für alle schaffen.“

„Maßnahmen zur Luftqualität sind besonders wichtig, um Kinder besser zu schützen. Bereits im Mutterleib und in der frühen Kindheit kann ihre gesunde Entwicklung  besonders durch  Feinstaub geschädigt werden, mit Folgen, die sich erst Jahrzehnte später zeigen können. Um das Krankheitsrisiko zukünftiger Generationen zu senken müssen wir jetzt aktiv werden“, meint Dr. med. Thomas Lob-Corzilius, Kinderarzt und Mitglied der AG Saubere Luft.

Anne Stauffer, stellvertretende HEAL-Geschäftsführerin und Mitglied der AG Saubere Luft kommentiert: „Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Risiko für die Gesundheit der Menschen in Deutschland und Europa. Die Gesundheitsauswirkungen und Kosten für die Gesundheitssysteme sind zum größten Teil vermeidbar. Saubere Luft ist eine Frage des politischen Willens, keine Lebensstil-Entscheidung.“

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